Wie erwartet wird die nationale Wasserballsaison mit der Finalbegegnung zwischen Waspo 98 und Spandau 04 abgeschlossen. Rekordchampion Spandau 04, seit 1979 37-mal Deutscher Meister, aber seit 2017 in sechs Finals in Serie gegen Hannover viermal unterlegen (2018, 2020-2022) will zurück in die Erfolgsspur gegen die Niedersachsen. Im Pokalfinale Ende März gelang das den bis dahin national unbesiegten Hauptstädtern beim 9:11 (5:6) in Düsseldorf gegen Waspo überraschend nicht. Die zuvor mehrfach schwächelnden Hannoveraner zeigten sich punktgenau spielerisch und mental topfit.
In der DWL-Normalrunde „nur“ Dritter hinter Spandau und ASC Duisburg war der Titelverteidiger in den Playoffs wieder voll da und korrigierte im Best-of-Three-Halbfinale gegen Duisburg mit zwei klaren Siegen deutlich die beiden Bundesliga-Niederlagen gegen die Westdeutschen. Spandau steht in der laufenden Saison nach Pokal- und internationalem Champions-League-Aus noch ohne Titel da (abgesehen vom Supercup).
Das Auftaktmatch der Finalserie findet am Mittwoch (18.30 Uhr) im Freibecken des Volksbades Limmer statt, ein Wechsel von Hallen- zu Freiluft, der aber keinen sonderlichen Einfluss haben sollte. Auch Heim – oder Auswärtsrecht haben in der Geschichte der bilateralen Vergleiche beider Teams oft eine untergeordnete Rolle gespielt. Resümiert man die Saison, scheinen die Berliner personell und spieltaktisch leicht im Vorteil. Beide Teams gehen mit misslungenen Generalproben in der Champions League in die Finalserie.
Spandau verspielte mit dem Heim-10:11 gegen Sabadell am Freitag die letzte Chance auf die CL-Endrunde, die schon vor dem Heim-Match gegen Kragujevac (Serbien) aussichtslosen Hannoveraner verloren mit 7:12 und werden wohl Gruppenletzter bleiben. Ob das etwas für den Verlauf der Meister-Serie zu bedeuten hat, darf bezweifelt werden. Schon die erste Partie könnte darauf Antworten liefern. „Beim Pokalfinale glaubten alle, es könne nur einen Sieger geben – Spandau. Daraus haben wir hoffentlich gelernt.“, sagt Headcoach Athanasios Kechagias, der darauf setzt, dass sein Team in Hannover nicht nur verbal, sondern vor allem körperlich eine Siegersprache demonstriert.
Wasserball Bundesliga 2022/2023
Play Off Finale 1
17. Mai 2023
Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
Spielbeginn: 19.00 Uhr
Spielort: Stadionbad Hannover, Robert-Enke-Str. 5, 30169 Hannover
Am Freitag (19.30 Uhr) steht für die Wasserfreunde Spandau 04 am 13. Spieltag der Gruppe B in der Champions-League-Hauptrunde das letzte Heimspiel der Saison im Königswettbewerb in der Schöneberger Schwimmhalle auf dem Programm. Gegner ist das spanische Team von CN Sabadell, in dessen Reihen auch mehrere iberische Weltmeister des Jahres 2022 stehen. Tabellarisch sind die beiden Rivalen auf den Rängen 5 (Spandau, 11 Punkte) und 6 (Sabadell, 10) Nachbarn und können sich bei einem Sieg in dieser Begegnung, der mit drei Punkten honoriert wird, noch gewisse (Spandau) oder vage (Sabadell) Erfolgschancen für die Qualifikation zum Final 8 Ende Juni/Anfang Juli in Belgrad ausrechnen.
Dieses erreichen nach dem abschließenden 14. Spieltag die 4 erstplatzierten Team aus der Gruppe. AN Brescia (31 P.), VK Novi Beograd (26) und FTC Budapest (22) sind bereits qualifiziert, Jug Dubrovnik (16) muss sich als Vierter noch der Verfolger erwehren, zu denen eben auch Spandau und Sabadell gehören. Jugs kommende zwei Partien sind nicht „ohne“. Auswärts in Marseille und Brescia punkten, ist nicht selbstverständlich. Allerdings hat auch Spandau nach der Heimpartie gegen Sabadell im finalen Hauptrundenspiel am 23. Mai bei VK Novi Beograd eine David-kontra-Goliath-Begegnung vor der Brust.
„Der Sieg gegen Sabadell ist Pflicht, darauf fokussieren und konzentrieren wir uns. Alles andere sind Rechenspiele, die nichts bringen. Die Parole des Tages lautet: Gewinnen!“, sagt Trainer Kchagias.
Im bilateralen internationalen Vergleich steht Spandau sogar im Vorteil: In bisher drei Begegnungen blieben die 04er ungeschlagen – ein gutes Omen. In der CL-Hauptrunde 2017/2018, nach der sich die Wasserfreunde für das Final 8 im Mai 2018 in Genua qualifizierten, gewann Spandau beide Spiele – 11:8 daheim, 11:9 auswärts, und im laufenden Wettbewerb holte sich das Team von Trainer Athanasios Kechagias am 30. November 2022 beim 9:9 (4:2,0:1,2:3,3:3 aus Spandau-Sicht) einen Punkt. Acht Torschützen erzielten die neun Treffer, allein Dennis Strelezkij war doppelt erfolgreich.
Champions League 2022 / 2023, Spieltag 13
12. Mai 2023
Wasserfreunde Spandau 04 – CN Sabadell
Spielbeginn: 19:30 Uhr
Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin