Größe zu zeigen – trotz vergebener Pokalchance

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Größe kann ein Team auch in der Niederlage beweisen. Und das gilt auch für Fans. Den Sportlern wird Respekt für ihren Kampf und ihren Einsatz gezollt.

Der Rekordmeister und -pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 verlor am Wochenende das DSV-Pokalfinale der Männer gegen den Erzrivalen Waspo 98 Hannover mit 8:12. Damit erzielten die Berliner zwei Jahre in Folge keinen Sieg im zweitwichtigsten nationalen Wettbewerb. Das gab es seit Beginn der Berliner Wasserball-Dominanz 1979, die bislang zu 36 Meister- und 31 Pokaltiteln geführt hat, noch nie. Sieht man einmal von der Ausnahmesituation Ende der 80er ab, als der Kampf um den „Pott“ 1988 wegen der Olympiavorbereitung ausfiel und dem 04-Pokalsieg von 1987 erst 1990 der nächste folgte.

Waspo 98 Hannover siegte mit seiner vor allem auf dem Balkan rekrutierten Startruppe verdient, verteidigte den Titel aus dem Vorjahr, als man Spandau schon im Halbfinale mit 9:4 ausgeschaltet hatte, souverän. Zu Beginn des zweiten Viertels lag das Team von Trainer Karsten Seehafer mit 4:1, zur Pause mit 5:2 vorn. Das setzte Spandau permanent unter Druck, das damit nur phasenweise richtig umgehen konnte. Nur schwer fanden die Berliner im Angriff kreative und gute Lösungen. Über die Centerposition gelang im Gegensatz zu Waspo wenig. „Wir waren von Beginn an nicht richtig im Spiel und haben auch im weiteren Spielverlauf den Code, Hannover zu knacken, nicht gefunden. Waspo hat absolut verdient gewonnen“, musste auch 04-Präsident und Bundestrainer Hagen Stamm anerkennen.

Auf Spandauer Seite waren Kapitän Marko Stamm (3 Tore) und Lukas Gielen (2) die auffälligsten Akteure, von den anderen aber kam insgesamt zu wenig Hilfe, sodass das eigentliche 04-Plus im Vergleich zu Hannover – die Team-Geschlossenheit – nicht zum Tragen kam. „Waspo war stark, aber wir haben den Schlüsselspielern zu viele Möglichkeiten gelassen, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Das einzige Gute daran ist: Wir wissen jetzt, was wir besser machen müssen“, resümierte Trainer Petar Kovacevic.

Das nächste wichtige Match der Berliner folgt am kommenden Mittwoch. Dann empfangen sie in der Schwimmhalle Schöneberg am 14. und letzten Spieltag der Champions-League-Hauptrunde die Montenegriner von Jadran Herceg Novi. Und zwar ohne Druck – wie auch in den Vorjahren beim finalen Hauptrundenauftritt im Königswettbewerb. Allerdings unter total anderen Vorzeichen: Denn 2018 haben die Kovacevic-Mannen die Qualifikation bereits erreicht (Final 8 in Genua, 7.-9.6.). Die bisherige Saisonbilanz der Wasserfreunde in der Champions League: fünf Heimsiege, eine Niederlage (9:10 gegen Pro Recco Genua); drei Auswärtserfolge, vier Niederlagen.

Mit Herceg Novi haben die Wasserfreunde noch eine Rechnung offen: Ende Oktober begannen die Berliner am 1. CL-Spieltag ihre Rückkehr in den erweiterten Kreis europäischer Top-Teams in Montenegro mit einer Niederlage (deutliche 5:11). „Allein das ist Motivation genug, uns bei den Fans mit einer guten Leistung zu bedanken.“ Und die Fans sollten „mit den Füßen Danke sagen“ bei ihrer Mannschaft für eine bislang weitgehend gelungene Saison und ihr Team feiern!

 

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