Lena Schöneborn zum zweiten Mal Berlins Sportlerin des Jahres

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Die Champions-Gala und die damit verbundene Ehrung der Berliner Sportler des Jahres 2015 in der neuen Convention Hall des Estrel Hotels stand unter dem Motto „Zeit für Rio“. Folgerichtig stimmten brasilianische Trommler und Tänzerinnen die 2200 Gäste, unter ihnen Innen- und Sportsenator Frank Henkel sowie LSB-Präsident Klaus Böger, mit ihren künstlerischen Darbietungen auf das große Spektakel in 244 Tagen ein. Und natürlich auch die Athleten selbst, denn so manch eine oder einer hat sich für Olympia viel vorgenommen, wenn es im Kampf um die begehrten Medaillen geht. Am ersten Dezember-Sonnabend ging es aber darum, die Erfolge der zurückliegenden Saison entsprechend zu würdigen. Immerhin wurde 65mal Edelmetall (je 24mal Gold und Silber, 17mal Bronze) bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen.

Wer auf einen der vorderen Plätze kommen wollte, der musste schon Außergewöhnliches geleistet haben. Bei den Frauen gewann, wie im letzten Jahr, die Weltmeisterin im Modernen Fünfkampf Lena Schöneborn, während bei den Männern ihr Pendant im Boxring Arthur Abraham zur Nummer eins erkoren wurde.

LSB-Präsident Klaus Böger sprach von einer guten Wahl, die von den Berliner Sportfans und einer Experten-Jury getroffen wurde. „Bei beiden Siegern handelt sich um echte Aushängeschilder der Sportstadt Berlin, die durch ihren nimmermüden Einsatz und ihre kämpferische Einstellung in jeder Hinsicht ein Vorbild sind. Gefreut habe ich mich auch über die Handballer der Füchse, die dank einer großartigen Leistung die Klub-WM errangen.“

Bei der Abstimmung, die zum 37. Mal in Berlin stattgefunden hat, gab es bei den Frauen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Lena Schöneborn, die in diesem Sommer vor heimischem Publikum ihren ersten WM-Einzeltitel holte, konnte 17,79 Prozent der Stimmen für sich gewinnen und lag damit knapp vor der Karate-Vizeweltmeisterin Duygu Bugur (17,07%) und Marianne Buggenhagen (10,78%), die bei der Behinderten-WM der Leichtathleten im Diskuswerden und Kugelstoßen.

WBO-Champion Arthur Abraham beherrschte bei der Sportler-Wahl die gewiss nicht schlechte Berliner Konkurrenz und siegte nach 2007, 2008, und 2009 nun schon zum vierten Mal mit 17,79 Prozent vor dem Wasserspringer Patrick Hausding (14,84%) und dem Kanuten Marcus Groß (11,69%), der allerdings nicht dabei sein konnte, weil er sich mit der deutschen Mannschaft im Trainingslager in Florida befand. Ebenfalls nicht dabei war der Diskus-Olympiasieger Robert Harting, der zwischen 2011 und 2014 viermal in Serie gewonnen hatte, aber in der letzten Saison durch eine Knie-OP außer Gefecht gesetzt wurde. Inzwischen wieder genesen, nutzt er die Zeit, um sich in Südafrika auf das kommende Großereignis vorzubereiten.

Als beste Mannschaft des Jahres wurden die Handball-Füchse (15,98%) ausgezeichnet, die in den zurückliegenden Monaten sowohl den EHF-Cup-Sieg als auch überraschend die Klubweltmeisterschaft in Doha/Katar errangen. Danach folgten die BR Volleys (13,10%) vor den ALBA-Basketballern (12,36%).

Platz eins in der Kategorie Trainer/Manager ging an Pal Dardai von Hertha BSC mit 16,34 Prozent der Stimmen vor dem Füchse-Duo Sigurdsson/Richardsson (11,58%) und Fünfkampf-Coach Peter Deutsch (10,39%). Leider fehlte der Ungar bei diesem gesellschaftlichen Höhepunkt des Berliner Sports und zog den Besuch der Weihnachtsfeiern von 50 Hertha-Fanclubs vor. Zu den vielen, die Unverständnis darüber äußerten, gehörte unter anderem Berlins Fußball-Präsident Bernd Schultz, der von „einer unschönen Sache“ sprach.

Zu Juniorsportlern des Jahres wurden die Seglerin Julia Büsselberg (U-16-Weltmeisterin im Laser 4.7), die beiden Ruderer Olaf Roggensack/Rene Schmela (Europa- und Weltmeister im Zweier) sowie die beiden im Wasserspringen tätigen Elena Wassen (Vize-Europameisterin der B-Jugend vom Turm) und Lou Massenberg (Europameister der B-Jugend 3m-Synchronspringen) ernannt. Des Weiteren erhielt Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys und Sprecher der sechs Berliner Profiklubs, einen Sonderpreis wegen seines  unermüdlichen Engagements für die Sportmetropole Berlin. Er forderte die Politik auf, „die Finger von Berlins Sportstätten zu lassen, denn ohne Trainings- und Wettkampfstätten gibt es keine Integration von Flüchtlingen durch den Sport“.

 

Foto: Camera4

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