Auch ohne Jubel ein (fast) perfekter Jahresausklang

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Es war das letzte Spiel der Wasserfreunde Spandau 04 im Jahr 2015 – und es war eines ihrer besten. Sie spielten gegen einen starken Gegner: In der Vorsaison wurde das international erfolgreiche Team aus Rijeka Adria-Liga-Sieger und CL-Zweiter (7:8-Finalniederlage gegen Pro Recco Genua).

Die Berliner trennten sich in der Schöneberger Schwimmhalle vor ca. 500 Zuschauern von Kroatiens Spitzenteam Primorje Rijeka mit dem Spielergebnis von 9:9 Toren. Dieses vierte Match der Berliner in ihrer Champions-League-Gruppe (A)  zeigte das hohe spielerische Niveau der Spandauer Spieler auf, aber auch ihre Fähigkeit, sich in kampfintensiven Duellen durchzusetzen (14:13 Wasserverweise für 04).

Die Spandauer führten von Beginn an, ließen zwar mehrfach den Ausgleich durch die Gäste von der Adria zu, jedoch konnten die Kroaten nicht ein einziges Mal (!) in Führung gehen. Zur Halbzeit lagen die Wasserfreunde mit 6:4 vorne, danach kam Primorje Rijeka schnell zum Remis – aber aufkommende Befürchtungen, nun könne die Partie eventuell kippen, erfüllten sich keinesfalls. Im Gegenteil: Petar Kovacevićs Spieler hielten mit einer aggressiven Defensive unterstützt von einem überragendem Keeper Laszlo Baksa und dem Centerverteidiger Remi Saudadier selbstbewusst dagegen und erreichten so den Spielstand von 8:6 Toren.

Das Team aus Rijeka, das mit Stars wie Damir Buric, Petar Muslim, Miho Boskovic, dem rumänischen Center Cosmin Radu und dem spanischen Linkshänder Gonzalo Echenique eine halbe Weltauswahl zusammenstellt, wurde dadurch zunehmend nervöser. Mit einem Unentschieden oder gar mit einer Niederlage in Berlin hatte bei den Kroaten sicherlich niemand gerechnet.

Mit 8:8 stand es vor dem Schlussviertel unentschieden, dann führte ein knallharter Fünfmeterstrafwurf von Mehdi Marzouki zur neuerlichen Berliner Führung, die bis 83 Sekunden vor dem Ende bestand. Boskovićs 9:9 brachte dann den glücklichen Punktgewinn für die Kroaten, die im Ranking der Sechsgruppe nach vier Partien nun mit sieben Zählern (allerdings haben sie auch ein Spiel mehr als Barceloneta, Piräus, Eger) dennoch weiter die Interims-Ersten sind.

Spandau hat nach dem 7:9-Auftakt bei Barceloneta und den drei Remis im Anschluss, gegen Piräus, Jadran Herceg Novi und Primorje Rijeka, drei Punkte auf ihrer Habenseite und trotz der insgesamt noch ausstehenden sechs Begegnungen realistisch betrachtet nur noch begrenzte Chancen auf das Final Six im Frühjahr 2016 in Budapest, an dem neben dem gesetzten Gastgeber ZF Eger nur noch zwei weitere Teams aus der Gruppe A teilnehmen werden.

Manager Peter Röhle ließ nach dem Rijeka-Match mit freudiger Miene ein Resümee hören, das auf den ersten Blick widersprüchlich klingt: „Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf ihre Einstellung. Sie hat nach der Schlusssirene nicht gejubelt“, sagte er.

Peter Röhle erklärte, dass das Team nicht jubelte, das hieß für ihn, die Mannschaft wollte sich nicht mit einem Teilerfolg begnügen, sondern die Spieler waren heiß und hungrig auf einen Sieg. Die Einstellung der Spieler war eine ganz andere als die der Spandauer beim 5:15-Heimdesaster gegen Rijeka an gleicher Stätte im Frühjahr. „Das Team wollte jetzt unbedingt gewinnen und nicht nur für seinen braven Einsatz belobigt werden. Das ist eine neue Qualität, nachdem wir in früheren Jahren oft genügsam und mit unseren achtbaren Resultaten zufrieden waren. Darauf kann und muss jetzt aufgebaut werden.“

Das nächste Champions-League-Spiel werden die Wasserfreunde nach der Spielpause (aufgrund der EM im Januar in Belgrad) am 5. Februar bei ZF Eger bestreiten.


 

Champions – League 2015/2016, Spiel 4 in Berlin, 12. Dezember 2015

Spielergebnis:

Wasserfreunde Spandau 04 – Primorje Rijeka:  9:9 (3:2, 3:2, 2:4, 1:1)

Torschützen:

Mehdi Marzouki , Marko Stamm 2, Erik Miers, Mateo Cuk, Christian Schlanstedt, Spencer Hamby, Maurice Jüngling 1

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