ASC Duisburg legt Protest gegen Pokalniederlage ein

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ASC Duisburg protestiert im Nachgang der sportlichen 6 : 7 Pokal Halbfinal Niederlage gegen die Spielberechtigung von Moritz Oeler im Halbfinale des Deutschen Pokals 2016 am Pfingstwochenende und fordert, das Spiel nachträglich für Spandau als verloren zu werten!

Unser Spieler Moritz Oeler erhielt im Viertelfinale gegen Neukölln 2016 einen, im Protokoll vermerkten Spielausschluß, was Sanktionen nach sich ziehen kann.

Über eine Sperre von einem Spiel oder eine andere Strafe wurden wir aber weder von den Schiedsrichtern, noch vom Rundenleiter oder den anderen vollständig vor Ort bei der Pokalendrunde in Uerdingen anwesenden DSV-Vertretern informiert.

Auch im Vorfeld gab es, anders als in der Liga (hier stehen Sperren immer im Anhang der Ergebnislisten) üblich, keinen schriftlichen oder mündlichen Hinweis auf eine Sperre!

Eine solche Information wäre aber Grundvoraussetzung gewesen, da es keine automatische Sperre von einem Spiel ohne irgendeinen Hinweis oder die Möglichkeit der Stellungnahme bzw. des Einspruchs geben kann. Amateur Duisburg geht bei dem Protest davon aus, dass es auch ohne Hinweis immer zu einem Spiel automatischer Sperre kommt.

Unsere Erfahrungen der Vergangenheit aus anderen Fällen haben aber gezeigt, dass die Rolle:

– keine Sperre nach sich zog

– keine Sperre, aber eine Geldstrafe nach sich zog

– 1 Spiel Sperre oder bei Wiederholungsfällen oder besonderer Härte/Brutalität zwei und mehr Spiele nach sich zog.

 

Wir spielen im übrigen unsere Wasserball Bundesliga nach FINA Regeln! In der FINA, dem Weltverband, gibt es generell keine automatische Sperre nach einer Rolle. Auf der letzten DWL Sitzung haben sich viele anwesenden Vereine für die Abschaffung dieser nur in Deutschland praktizierten Sperre ausgesprochen, weil hier sehr viel Schiedsrichterwillkür durch unterschiedliche Bewertung gleicher Spielszenen durch unterschiedliche Schiedsrichter erfolgen kann und Mannschaften dadurch extrem benachteiligt werden können.

Grundsätzlich hat aber (trotz fehlender Informationen zu einer Sperre durch den DSV) unser Manager Peter Röhle am Ende der Turniersitzung, vor dem Start des Deutschen Wasserballpokal Finalturniers, den alleine verantwortlichen Rundenleiter des Deutschen Pokals Jens Witte zur weiteren Absicherung gefragt, ob Moritz Oeler für das Halbfinale gegen den ASC Duisburg spielberechtigt sei.

Dieser bestätigte nach Einsichtnahme des elektronischen Protokolls vor Zeugen, dass Moritz Oeler keine Sperre habe und im Halbfinale spielen kann. Er informierte dazu auch den Rundenleiter der DWL Jakobs und den Schiedsrichterbeobachter Bock vor dem Spielbeginn.

Leider informierte er aber nicht Amateur Duisburg, sonst hätte dieser ganze Protest wahrscheinlich vermieden werden können bzw. hätte dieser dann vor dem Spiel angemeldet werden müssen. Ein nachträglicher Protest, nach einem verlorenen Spiel, hat immer einen gewissen Nebengeschmack.

Außerdem ist diese Regelung einer automatischen Sperre generell strittig, weil sie bisher nicht in der Rechtsordnung des DSV verankert und nicht klar ist, ob hier die Wettkampfbestimmungen Wasserball überhaupt greifen. Für Sanktionen ist aber aus Spandauer Sichtweise ausschließlich die Rechtsordnung des DSV anwendbar. Jahrelange falsche Anwendung kann hier keine Begründung dafür sein, die Fehler der Vergangenheit weiter fortzuführen.

Damit hat unserer Verein – aus unserer Sicht – alle erdenklichen Prüfungsmaßnahmen durchgeführt und erhielt die eindeutige Bestätigung der Spielberechtigung für Oeler durch den Rundenleiter vor Ort.

Duisburg führt an, nicht vor dem Spiel von der Rolle gewusst zu haben, und erst Tage später durch Neuköllner Vertreter (als Akt echter Berliner Nachbarschaftshilfe) darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. So kam es dazu, dass die sportliche Niederlage Duisburgs dann mit korrekter Fristeinhaltung erst in einen 6 Tage späteren Protest mündete.

Ein erneuter Streit der beiden führenden deutschen Vereine hätte mit Weitsicht der DSV-Verantwortlichen und korrekter Information zu einer bestehenden Sperre vermieden werden können.

Als Konsequenz berufen wir uns als Spandau also nicht nur auf die generelle Unrechtmäßigkeit dieser Regelung einer automatischen Sperre, sondern vorrangig auch auf die klare Bestätigung der Spielberechtigung durch den Rundenleiter vor Spielbeginn.

Bei einer nachträglichen Sanktion Spandaus würde Duisburg aber überhaupt nicht von dem Protest profitieren, da bei abgeschlossener Runde und einem zu erwartenden langwierigen Klagemarathon durch die Verbandsinstanzen dann lediglich Spandau aus dem Ranking des Pokalfinales genommen würde.

Dies würde dann Spandaus Finalgegner Bayer Uerdingen nach einer extrem deutlichen Finalniederlage nachträglich am grünen Tisch zum Pokalsieger 2016 machen. Eigentlich hätte also Uerdingen Protest einlegen müssen, denn die sportlich unsinnige Nebenwirkung wäre durch den erfolgreichen Protest und ein neues Ranking ein Supercup im Herbst 2016 zwischen Meister Spandau und dem dann neuen Pokalsieger Uerdingen, anstatt bei dem aktuell gültigen Doublesieg für Spandau, zwischen Meister Spandau und Vizemeister Duisburg.

Diese gesamte Situation wird, egal wie sie nach rechtlichem Scharmützel ausgeht, sicher nicht zur weiteren Entspannung im Verhältnis zwischen den beiden Vereinen beitragen. Auch die Außenwirkung unserer Sportart dürfte erneut leiden.

Deshalb plädieren wir für eine sportliche Lösung, ohne lange Rechtsstreitigkeiten.

Wir sind bereit, das Halbfinalspiel gegen ASCD mit identischen Spielern ohne Moritz Oeler zeitnah im Oktober, in Uerdingen oder Duisburg zu wiederholen. Eine Zustimmung von Uerdingen vorausgesetzt, würde das Ranking bei einem Spandauer Sieg bleiben wie gehabt. Bei einer Spandauer Niederlage würde der ASCD den Pokaltitel erhalten oder – was aufgrund der Kräfteverhältnisse zwischen ASCD und Uerdingen eher eine Farce wäre – das Endspiel gegen einen vermeintlich deutlich unterlegenen Gegner Uerdingen auch noch wiederholen müssen. Bei einer Spandauer Niederlage würden wir auf eine Wiederholung des Spieles um Platz 3 gegen Potsdam verzichten, und Potsdam wäre neuer Dritter.

Sinnvoll wäre aber sicher nur die Wiederholung des Halbfinales, da Uerdingen im Duisburger Erfolgsfall wahrscheinlich mit sportlicher Weitsicht auf ein weiteres Endspiel verzichten würde. Diese Lösung würde meinem Verständnis von Sport entsprechen und nicht lange Gerichtsverfahren mit einem nutzlosen Urteil nach mehreren Instanzen, in zwei Jahren, am „Grünen Tisch“ bringen, auch wenn es für unseren Verein ca. 3.000 EUR zusätzliche Reisekosten bedeuten würde.

 

Hagen Stamm

Präsident

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